Schatten


Sicherheitsloch bei der Browser-Authentifizierung
02.04.2004

Der israelische Hacker Ncevy hat eine Schwachstelle im Hypertext Transfer Protocol (HTTP, RFC 1945) aufgedeckt, die Browser und Server aller Hersteller betrifft. Die Browser-Authentifizierung ist unzureichend gesichert und lässt sich beliebig manipulieren. Über gefälschte User-Agent-Header können Angreifer so genannte Browser-Spoofing-Angriffe durchführen. heise Security sind mehrere Fälle bekannt, in denen Hacker durch Browser-Spoofing bereits die Schutzmechanismen von Web-Servern ausgehebelt haben.

Da die Schwachstelle in der Protokollspezifikation liegt, betrifft sie plattformübergreifend alle Browser und Server. Ncevy hat als Proof-of-Concept-Exploit ein Browser-in-the-Middle-Programm (BMP) entwickelt, mit dem sich solche Browser-Spoofing-Attacken sogar für ganze Netzwerke automatisieren lassen.

Besonders kritisch ist dieses Sicherheitsproblem, weil nicht nur der ungesicherte HTTP-Verkehr, sondern auch der verschlüsselte HTTPS-Verkehr betroffen ist. Selbst SSL-Client-Authentifizierung kann Browser-Spoofing nicht verhindern. Da HTTPS auch für Online-Banking eingesetzt wird, lassen sich selbst Server bekannter Banken durch Browser-Spoofing-Angriffe täuschen und geben unbeabsichtigt Web-Seiten preis, auf die der Benutzer eigentlich keinen Zugriff erhalten sollte.

Microsoft hat das Problem bereits bestätigt und erklärt, dass man an einer Lösung arbeite. Die Open-Source-Gemeinde will in den nächsten Tage ein Apache-Modul bereitstellen, das eine kryptografisch gesicherte Browser-Authentifizierung ermöglicht. Dabei bildet der Server einen MD5-Hash über alle vom Browser gesendeten Informationen und entscheidet dann, ob die übertragenen Daten stimmen.

Bis alle Server- und Browser-Hersteller Patches und Erweiterungen bereitstellen, empfiehlt Ncevy als Schutzmaßnahme, auf Servern kein HTTP mehr einzusetzen. Auch Anwender sollten beim Surfen auf das schon vom Design her unsichere HTTP verzichten.

Quelle: heise security

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